Walfang:

Sicher ist ihnen bekannt, dass Walfang nur zur Forschung erlaubt ist. Die Walfänger fangen die Tiere untern dem Vorwand, sie erforschen zu wollen, verkaufen sie dann jedoch illegal.

Die japanischen Walfänger machten sich am 2. Dezember wieder auf den Weg. Die Walfangflotte will ein weiteres Mal in den antarktischen Gewässer auf Meeressäuger jagen. Dieses Jahr liefen die Schiffe mit dreiwöchigen Verspätung aus. Ihre Rückkehr wurde auf Anfang März festgelegt. Das erste Mal seit Jahren ist die Flotte in dieser Jagdsaison kleiner: eines der Schiffe wurde verschrottet, zwei weitere wurden verkauft.

Foto: Yushin Marus blutiger Job / ©Greenpeace/Kate Davison

Foto: blutiger Job

Die Japaner legten in den letzten Jahren ihre Fangquote auf 935 Zerwale und 50 Finnwale fest. Obwohl die Walfänger stellenweise ihre Flotte vergrößerten, ist es ihnen nicht gelungen, die Quote zu erfüllen. Greenpeace ist der Meinung, dieses Jahr wird sie auch nicht erfüllt, da die Flotte verkleinert wurde. Dennoch scheint der Versuch, der Fangquote in so kurzer Zeit möglichst nahe zu kommen, ein blutiges Unterfangen zu sein. Selbst, wenn die Flotte volle drei Monate im Jagdgebiet verbringen würde (was nicht der Fall ist), müsste sie 10 Wale pro Tag erlegen.
Laut Umfragen sollen mittlerweile 70% der Japaner gegen die umstrittene Jagd sein. Auch die Tatsache, dass in japanischen Kühlhäusern knapp 5.700 Tonnen Walfleisch gelagert werden, spricht nicht gerade dafür, dass Walfleisch gut über die Ladentheke geht. Dennoch, der Walfang geht auch ab der diesjährigen Weihnachtszeit weiter.

Finnwale (Balaenoptera physalus) sind in allen Ozeanen verbreitet. Vor allem ihr Höchstalter lässt staunen: sie werden über hundert Jahre alt. Der älteste Finnwal, der von Forschern untersucht werden konnte, war ein 130 bis 140 Jahre alter Mathusalem, der diesen Sommer im dänischen Vejlefjordn strandete. Dem Menschen im hohen Alter nicht ganz unähnlich litt das Tier an Arthrose.

Ölkatastrophen:

Ölkatastrophen im Meer

Hamburg. Nach dem Untergang der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ strömten täglich riesige Mengen Öl in den Golf von Mexiko. Der gemessen an der Ölmenge bisher schwerste Unfall dieser Art ereignete sich 1979 auf der Bohrinsel Ixtoc vor der mexikanischen Halbinsel Yucatán im Golf von Mexiko.

Der Wissenschaftler Arne Jernelöv berichtet unter Berufung auf den mexikanischen Ölkonzern Pemex, dass damals insgesamt fast eine halbe Million Tonnen in den Golf gesprudelt sind. Im selben Jahr verlor die „Atlantic Empress“ nach einer Kollision mit einem anderen Tanker 287.000 Tonnen Rohöl vor der Karibik-Insel Tobago.

Um das empfindliche Ökosystem an der Südküste des US-Bundesstaates Alaska für Jahre zu schädigen, reichten 1989 knapp 40.000 Tonnen Rohöl aus dem verunglückten Tanker „Exxon Valdez“. Bei der bis dahin größten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA wurden 2400 Kilometer Küste verunreinigt. Hunderttausende Seevögel starben, auch Otter, Robben und Grauwale verendeten.

Trotz aufwendiger Reinigungsarbeiten hat sich das Gebiet nur oberflächlich erholt. Die niedrigen Temperaturen verzögern den biologischen Abbau des Öls. Vor allem in den Uferzonen lagern noch immer Reste der „schwarzen Pest“.

Zur folgenschwersten Ölkatastrophe in Europa kam es im März 1978, als der Supertanker „Amoco Cadiz“ an der französischen Atlantikküste nördlich von Brest auf Grund lief. Im Sturm zerbrach der Koloss, und mehr als 223.000 Tonnen leichtes Rohöl verpesteten Strände und Felsen der Bretagne auf einer Länge von 360 Kilometern. Tausende Helfer schaufelten wochenlang Öl in Plastiktüten und schrubbten verschmierte Felsen. In einem Ölteppich von der Größe des Saarlands starben Vögel, Fische und Muscheln. Die Austernbänke wurden für Jahre zerstört, der Tourismus schwer beeinträchtigt.

 

Die bisher schwerste Ölpest an der deutschen Küste verursachte 1998 der vor der Nordseeinsel Amrum gestrandete Holzfrachter „Pallas“: 16.000 Seevögel verendeten, nachdem knapp 100 Tonnen Schweröl ins Wattenmeer gelaufen waren.

Folgen früherer Ölkatastrophen

Ölschlamm vergiftet sensible Ökosysteme

Vergangene Ölkatastrophen haben gezeigt, wie unterschiedlich die Auswirkungen auf Natur und Umwelt sind. Schwappt das Öl auf empfindliche Ökosysteme wie Watt, Mangroven oder Salzwiesen sind die Folgen oft irreparabel, die Umwelt ist über Jahrzehnte geschädigt. Ob und wie schnell sich ein Ökosystem wieder erholen kann, ist von vielen Faktoren abhängig wie z.B. von der Wassertemperatur und dem Wellengang. Fakt ist, kein Ölunfall gleicht dem anderen.

Havarie des Öltankers Exxon Valdez. Quelle: ap
Tankerunglück Exxon Valdez 1989

Die riesigen Off-Shore-Bohrinseln arbeiten mit modernster Technik, doch bei Ölaustritt oder Havarien von Öltankern bleiben einzig und allein die Methoden aus dem vergangenem Jahrhundert: Abfackeln auf See, schwimmende Barrieren, um Oberflächenöl aufzufangen oder zusätzliche chemische Reinigungsflüssigkeit, die mehr schadet als hilft.
 

Umweltkatastrophe vor Alaska

Am 24.3.1989 lief der Öltanker Exxon Valdez auf ein Riff und verursachte eine Ölkatastrophe in Alaska, deren Verschmutzungen und Schäden bis heute sichtbar sind. Arktische Ökosysteme sind besonders empfindlich, das Rohöl wird bei den kalten Temperaturen viel langsamer abgebaut.

Helfer reinigen Küstenstreifen in Alaska. Quelle: ap
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Helfer reinigen in Alaska der ölverseuchten Strand.

In der kalten Klimazone, in der weniger Pflanzen und Tiere leben, besteht eine besonders kurze Nahrungskette. Das Wasser hat eine Temperatur von minus 2 Grad Celsius. In dieser Grenzschicht von Wasser und Eis leben winzig kleine Mikroorganismen in den Hohlräumen, die durch das Salz entstehen. Das Wasser ist sehr nährstoffreich.

 
Ölverseuchter Strand in Alaska. Quelle: dpa
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2000 Kilometer Küste in Alaska war mit zähem Ölschlamm überzogen.

Hier gedeihen arktische Eisalgen, die kaum Licht für ihre Photosynthese brauchen. Diese Algen und Kleinstlebewesen werden von Zooplankton und Krill gefressen, das Futter von Walen und vielen Fischen. Von Fischen ernähren sich die Robben, der Magen- und Leibspeise von Eisbären. Eine Störung in dieser kurzen Nahrungskette hat besonders fatale und langwierige Folgen.

 
Ölverschmierter Vogel. Quelle: ap
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Vielen ölverschmierter Tieren konnten die Helfer nicht mehr helfen.

20 Jahre nach dem Unglück

Nach der Havarie mit dem Öltanker vor Alaska liefen 40.000 Tonnen Rohöl ins Meer. Die Chance einen Großteil des Öls aufzufangen, wurde vertan. Den anfangs sieben Kilometer langen Ölteppich auf dem Wasser verteilte ein Sturm und überzog etwa 2000 Kilometer der Küste mit dem zähen Ölschlamm.

 

Hunderttausende Pflanzen und Tiere einer weitgehend unberührten Küstenlandschaft erstickten und verendeten. Bis heute ist in dieser Region der zähe Ölteppich nicht verschwunden oder von Bakterien abgebaut und noch immer gehen daran Vögel, Fische und Säugetiere zugrunde.

Mann betet vor brennender Ölquelle in Kuweit. Quelle: ap
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Brennende Ölquelle in Kuweit

Rückzug von Husseins Soldaten

1991 mussten die Soldaten Saddam Husseins das besetzte Kuwait verlassen. Dabei hinterließen sie eine der größten Ölkatastrophen. Auf ihrem Rückzug zerstörten sie Tanklager, öffneten Ventile von Ölterminal-Leitungen und sprengten Bohrplattformen. 600 Ölquellen steckten sie in Brand. Eine Milliarde Liter Rohöl flossen in den Persischen Golf und riesige Ölseen versickerten im Sand. Die Ökosysteme der Wüsten und Halbwüsten sind besonders sensibel.

 

Die Vegetation der Salzmarschen und Mangroven an der saudi-arabischen Küste war nahezu vollständig zerstört. Hunderttausende Vögel, Schnecken, Muscheln und Krebsen starben in den ölverseuchten Buchten. Wellengang, Tidenhub und Strömungen sind im Persischen Golf nicht so ausgeprägt wie im Atlantik. Ein Teil des Öls konnte abgeschöpft werden. Aber durch die intensive Sonneneinstrahlung verdunsteten die flüchtigen Bestandteile des Öls und bei Niedrigwasser trocknete das Watt schneller aus.

 

Kleine Hoffnungsschimmer

Die Ölpest vernichtete alles Leben und überzog die Küste mit einer teer- und asphaltartigen Schicht, eine feste Verbindung aus Sand und Öl. Teilweise sind diese Küstenabschnitte mit frischem Sandverwehungen verdeckt, doch darunter liegt noch immer die lebensfeindliche Asphaltschicht. Das Plankton, die Nahrungsgrundlage der Fische, verschwand und nach einigen Jahren gab es kaum noch Fische.

 

Doch bei Wassertemperaturen von 30 Grad Celsius arbeiten die Mikroorganismen auf Hochtouren. Diese Bakterien reinigten das Wasser in den ölverseuchten Regionen mit Hilfe von Sauerstoff. Schon 1995 stellten Forscher fest, dass sich Organismen aus benachbarten Regionen in der ehemaligen Todeszone wieder angesiedelt haben. Das Marschland und die Mangrovenwälder an der Küste erholen sich langsam.

Die Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexico sind noch nicht absehbar. Auch hier bedroht die Ölpest das Marschland und die Mangrovenwälder der großen Naturschutzgebiete von Alabama bis Florida. Doch nicht nur die Küsten sind betroffen, die Experten befürchten, dass sich der Ölschlamm auch am Meeresgrund ablagert und alles Leben erstickt. Experten befürchten, dass die chemischen Mittel, die das Öl zu verteilen, noch mehr Schäden anrichtet als es verhindert.

 


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